Endspurt…

In den letzten Wochen ist wieder sehr viel passiert und ich werde es euch so gut es geht alles zusammen fassen.

Beginnen werde ich diesmal mit einem nicht ganz so erfreulichem Thema: SASCU..            Auch wenn ich das nie so gezeigt habe und alles nach heiler Welt aussieht, so war es leider nicht. Wir haben immer gedacht es ändert sich etwas oder haben einfach das Beste draus gemacht. An sich will ich gar nicht so ins Detail gehen, das würde alles viel zu lange dauern. Genaueres werde ich dann alles bei einem ‚Infotag‘, zu dem ich euch alle herzlich einladen werde, erzählen. Organisieren und Planen von Aktivitäten in SASCU war noch nie einfach und hat Felix und mich regelmäßig die letzten Nerven gekostet. Erstmal dachten wir es sei vielleicht ein kulturelles Problem, nach einiger Zeit hat sich aber herausgestellt, dass es einfach grundsätzliche Kommunikationsprobleme bei SASCU gibt, die uns leider oftmals von geplanten Ausflügen und Workshops abgehalten haben. Regelmäßig mussten wir die Kinder enttäuschen, Versprechen brechen und Warten auf Nichts. In diesem Jahr hier bin ich durch SASCU wirklich an meine emotionalen Grenzen gekommen. Aber man sagt ja so schön ‚What doesn’t kill you, makes you stronger’…..  Egal was man macht, im Endeffekt ging alles nur auf Kosten der Kinder. Unzählige Diskussionen und Streits hatten wir schon mit unseren Mitarbeitern, klärende Gespräche, die eigentlich zu Nichts geführt haben und einfach nur Stress. Letzen Monat ist das alles dann etwas eskaliert und 2 Wochen lang haben wir nicht mehr dort gearbeitet. Aufgrund der Kinder haben wir uns jedoch entschlossen jeglichen Stolz zu verdrängen, klein bei zu geben und die restliche Zeit noch zu Ende zu bringen. Das Klima vor Ort ist jetzt natürlich nicht das schönste Arbeitsklima, aber den Kindern zuliebe ist das okay, von denen werden wir zumindest immernoch mit offenen Armen und einer riesigen Freude begrüßt. Ausflüge werden wir nicht mehr machen, sondern nur noch direkte Aktivitäten vor Ort mit den Kids. Die Zimmer machen wir selbstverständlich fertig und so, dass sie sich endlich mal richtig heimisch fühlen können. Das eine Jungszimmer ist schon fertig gestrichen, das Andere ist diese Woche dran. Wir werden noch Fotowände, Spiegel und einen schönen Boden dazu machen, das Endergebnis werde ich euch dann in Deutschland zeigen.

 

Der Sportunterricht läuft auch immer besser und macht super viel Spaß, weil die Kids einfach nur verrückt sind. Es wird sich weniger geprügelt und sogar die Regeln der Spiele bis zum Ende angehört, d.h. Sie funktionieren sogar. Trotz allem was vorgefallen ist, hatte und habe ich eine unglaublich schöne Zeit mit meinen ganzen kleinen Brüdern und Schwestern bei SASCU, die ich auch jetzt zum Ende nochmal besonders genießen werde.

Ansonsten hat sich auch privat natürlich einiges getan. Da werde ich von Allem wirklich Kurzfassungen machen, da es sonst viel zu lang wird.

Im Juni war Franka da, eine Freundin von Vero. Zusammen mit ihr und Fahadhi sind wir dann nochmal auf Safari in den Murchison Falls National Park. War mega schön, haben dort gezeltet und hatten einfach so viel Glück! Alles gesehen was das Herz begehrt. Eine riesige Elefantenfamilie am Wasser, Giraffen und eine Löwenmama mit ihren Jungen direkt neben unserem Auto.

 

Außerdem waren Vero und ich mit Vicky und Pius in Kenia auf einer Traditional Introduction, also einer traditionellen kenianischen Hochzeit. Das war alles auch eher abenteuerlich. Aber wer mit Vicky befreundet ist, weiß, dass das normal ist. Das gesamte Wochenende haben wir eigentlich mit zuerst super stressen und dann doch wieder ewig Warten verbracht.. Man kann es sich kaum vorstellen und es war wirklich.. nett ausgedrückt, etwas sehr besonderes haha Die Introduction an sich war auch okay. Schön bunt, jedoch haben wir den halben Tag komplett übermüdet (sind die komplette Nacht durch Auto gefahren) gewartet und gewaschen, um dann ohne Vorwarnung mitten in der Zeremonie zu sein und im Anschluss eigentlich wieder zu warten. Hört sich super an ich weiß. Nein es war schon auch eine coole Erfahrung und auch davon haben wir einfach wieder nur super witzige Geschichten zu erzählen, die wir nicht vergessen werden.

 

Die EM haben wir uns natürlich auch von Uganda aus nicht entgehen lassen. Dafür hat der deutsche Botschafter eingeladen zum Grillen und Public Viewing. Da sieht man dann einfach mal wieder den krassen Unterschied der hier zwischen Arm und Reich herrscht. Ganz oben auf einem Hügel haust der Botschafter in einer riesen Villa mit einer mega Aussicht… Dass ich es nicht genossen habe kann ich jedoch auch nicht sagen. Ein wenig Luxus ist dann doch manchmal ganz schön. Kostenlose Getränke und Essen auf Kosten der deutschen Steuerzahler hat man auch nicht immer. War echt cool, so viele unserer Freunde waren da und der Garten war voll, super Stimmung, auch wenn wir leider nicht gewonnen haben.

 

Von der Bright Community, wo übrigens auch alles noch super läuft, gab es dann eine kleine Carnival Party, wo Felix und ich kurz vorbei geschaut haben. Typisch ugandisch mal wieder zu viel von Allem, war aber trotzdem ganz lustig.

 

Letzte Woche waren Vero und ich dann in Ruanda, um einfach mal raus zu kommen aus dem stressigen Kampala. So wie wir halt leider sind haben wir uns am Abend noch gemütlich Essen gekocht und daher dann mal schön unseren Bus verpasst. Zum Glück konnten wir das Ticket tauschen und sind dann halt ein paar Stunden später gefahren. Die Fahrt war echt nicht so toll, es war so unglaublich kalt, nach einem Jahr habe ich meinen Atem mal wieder sehen können, der Fahrer ist so gerast und wir waren einfach nur froh als wir angekommen sind. Zuerst waren wir in Kigali und haben bei Shaban gewohnt. Ruanda an sich ist einfach der komplette Gegensatz zu Kampala. Ruhig, geordnet und sauber. Wir haben uns gefühlt wie in Europa. Ganz gemütlich, sicher und ungestört konnte man sowohl am Tag als auch am Abend rumlaufen. Die Bodas, dort Motos genannt, hatten immer Helme für die Mitfahrer dabei und insgesamt ist es total ruhig und jeder hält sich an die Regeln. Streetfood war aber echt kaum zu finden und das hat uns wirklich gefehlt. Haben uns die Memorials vom Genozid angeschaut und standen inmitten von 30.000 toten Menschen, zwischen Knochen und Schädeln. Es war schrecklich und doch wieder so schwer zu realisieren. Wozu die Menschheit im Stande ist schockt mich immer wieder… Von Kigali gings dann nach Kibuye an den Lake Kivu. So wunderschön einfach und richtig erholsam, haben seit Langem mal wieder ausgeschlafen und den ganzen Tag nur gechillt direkt am See. Von dort dann mit dem Boot nach Gisenyi… Ja die gemütliche Bootsfahrt. Von wegen! Das Boot, ein alter Fischkutter mit einer Kapazität von ca 150 Menschen, gefüllt mit ca. 300 Leuten… Man kann es sich ja vielleicht vorstellen. Schön war das nicht, wussten wir leider auch vorher nicht. Wie die Wilden wurde schon gekämpft um auf das Boot zu kommen, da nicht jeder mit durfte. Als es los ging ist das komplette Teil erstmal nach links gekippt, wo man nur noch Geschreie gehört hat und 5 Minuten später war der Kampf um die Schwimmwesten vorbei und man hat es nur noch orange leuchten sehen. Im Boot hat man kaum Luft bekommen, nur der Geruch von Schweiß und stillenden Müttern war sehr präsent. 2 Stunden durften wir stehend oder auf dem Rucksack sitzend hoffen, dass wir gut ankommen. Von Gisenyi nach Musanze zu Dana, wo wir auch die Ruhe und Natur genossen haben. In der Village dann von nervigen Kindern bei jedem Schritt beobachtet, aber so ist es nunmal. War auf jeden Fall ein super erholsamer und lustiger Trip nochmal zum Ende, sind aber auch froh wieder im verrückten Kampala zu sein.

Die restlichen Bilder sind von Events, Workshops und unserem Alltag. Um eine ‚professionelle‘ Erinnerung an unser Kampala zu haben hat ein Kumpel noch ein Fotoshoot mit uns gemacht. Sind echt ein paar coole Bilder bei raus gekommen, hier auch ein paar davon.

 

Shamy’s Geburtstagsparty

Eide bei Shamy

Beach Soccer Day

Equation (Urban meets Traditional Dance Workshops)

 

Geburtstagsparty vom kleinen Antuan… er fands nicht immer alles so toll wie die Erwachsenen, war trotzdem ein schöner Tag/Abend

 

Zuhause bei Mos Opten

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Vielen Dank nochmal an alle Spender und Leser meines Blogs. Ich hatte hier wirklich die Zeit meines Lebens und bin so dankbar dafür.  Die letzten 3 Wochen werden jetzt nochmal stressig, aber auf eine schöne Art. Alles jetzt bis auf den letzten Zug genießen und mitnehmen was geht.

Freue mich aber natürlich auch schon wieder auf Deutschland, werde mit einem weinende und einem lachenden Auge kommen, und hoffe ich kann euch dort meine Begeisterung von Uganda nahe bringen. Werde euch informieren, sobald ich weiß wann und wo. Bis in 3 Wochen dann..

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Ferienzeit in SASCU

Halli Hallo alle zusammen,

bevor ich mit meinem eigentlichen Blogpost anfange möchte ich nochmal auf den Blog meiner Mitbewohnerin Vero hinweisen, die in ihrem letzten Post unsere letzten Wochen sehr schön und vor allem mit tollen Bildern zusammen gefasst hat. Schaut doch mal vorbei, lässt sich wirklich gut lesen. Was mir noch auf dem Herzen liegt

Ansonsten würde ich euch jetzt mal über die neuesten Ereignisse bei SASCU updaten.

Zimmerprojekt: 

Unser ‚Zimmerprojekt‘ von dem ich im letzten Post erzählt habe läuft zur Zeit auf hochtouren. Als erstes wurden die Dachziegel und -platten ausgewechselt, da der Großteil undicht war. Ausserdem kam ein ganzes Team an ‚Elektrikern‘ vorbei und hat Kabel verlegt, Licht und Steckdosen gezaubert. Durch 2 Freunde von mir, die gerade in einer Vocational School electricity lernen, bin ich auf das Team gekommen. Zusammen mit den Beiden habe ich die Schule besucht und mit dem Lehrer geredet. Einige Tage später kam dieser mit einer ausgewählten Gruppe seiner Schüler vorbei um sich um die Lichter im ganzen Haus zu kümmern. Das schöne daran war, dass es eine Win-Win Situation war. Wir mussten nur Materialen und Transportkosten übernehmen und die Klasse konnte ihr Gelerntes in die Tat umsetzen.

Die Decken in allen Zimmern, die vorher kaum noch vorhanden oder komplett durchgeschimmelt waren haben wir auch ersetzt und es macht direkt einen ganz anderen Eindruck. Die Jungs haben nun auch endlich Gläser in ihren Fenstern und Türen, so dass es nicht mehr rein regnet, außerdem haben wir diese nun mit Gittern vor Bällen geschützt.

Jetzt müssen wir nur noch die Löcher in den Wänden füllen, anfangen zu streichen und dann die Details machen, wie Moskitonetze und den Boden.

Diese Woche fangen wir mit dem Streichen von dem ersten Zimmer an, natürlich zusammen mit den Kids, damit das alles mehr geschätzt wird. Dankbar sind auf jeden Fall alle jetzt schon und ich kann es kaum abwarten bis die Zimmer ganz fertig sind. Die Augen werden strahlen!

Ferienprogramm:

Da der Großteil von SASCU in einer der zwei Ferienwochen gefastet haben, was bedeutet den kompletten Tag beten und nichts essen, konnten das Programm leider auch nur ein paar der Kids wahr nehmen, was etwas schade war, trotzdem hatten wir echt eine tolle Zeit.

In der ersten Woche konnte ich auf Grund eines kleinen ungeschickten Unfalls (ich habe mir den Fuß blöd umgeknickt, der dann richtig schön blau und geschwollen war), nicht so sonderlich viele Aktivitäten mit den Kids machen. Wir haben mal wieder Armbänder gemacht, einen Film zusammen geschaut mit leckeren Süßigkeiten aus Deutschland und ein paar Spiele gespielt.

Außerdem habe ich angefangen (ja ich weiß es ist ziemlich spät, aber besser jetzt als nie) die riesen Menge an Schuh- und Klamottenspenden von euch zu verteilen. Vielen Dank übrigens dafür, die Sachen sind super gut angekommen. Für jeden war was dabei und jetzt laufen hier alle ziemlich stylisch rum. Besonders schön ist natürlich, dass durch die ganzen Eintracht und FSV – Artikel unsere Stadt promoted wird.

Vom BPU aus war Djuan Johnson, ein MMA Kämpfer aus den USA da und hat Selbstverteidigungskurse gegeben. Also hab ich mir die Interessierten Kids mitgenommen und wir haben an dem Kurs teilgenommen. War echt lehrreich und auch ziemlich witzig zu sehen wir kleine Frauen durch die Techniken, richtige Bretter an Männern auf den Boden hauen. Die Jungs die mitgekommen sind hatten auch ihren Spaß, man hat sie nur lachen sehen und sich selbst verteidigen zu können ist ja immer eine gute Sache, vor allem wenn man im Slum wohnt.

Außerdem ist bei Ewaka regelmäßig ein Taekwondo Trainer, der den Kids, wie der Name schon verrät Taekwondo Unterricht gibt. Da SASCU intern immer ziemlich viel Programm (Kirche, Bible Studies usw.) hat, ist es leider nicht möglich solche Sachen wie bei Ewaka regelmäßig zu machen. Dafür ist es aber umso schöner, wenn man an dem ein oder anderen Tag doch ein paar der Kids mitnehmen kann. Also bin ich mit der Gruppe, die nicht am Fasten war zu Ewaka gelaufen und sie konnten sich schön auspowern. Ist immer wieder schön wenn sie mal was neues lernen, vor allem wenn sie sichtlich Spaß haben.

In den letzten 2 Wochen habe ich dann die übrig gebliebenen SASCU Kids mit zu dem EWAKA Schwimmprogramm mitgenommen. Das war ein Spaß! Natürlich haben vorher alle ganz groß angepriesen, dass sie schwimmen können, was mich wirklich gewundert hat… Ja die Verwunderung war schnell vorbei, als ich gesehen habe wie sie alle im Wasser rumplantschen. Wirklich zu witzig, sogar die großen Jungs haben es nicht geschafft den Kopf über Wasser zu halten und auch die Beine sind wir Steine immer nach unten gesunken. Also habe ich mich dann als Schwimmlehrerin versucht… eher so mittelmäßiger Erfolg. Aber das kann in 2 Tagen natürlich auch nicht gehen. Trotzdem muss ich sagen haben einzelne, wie zum Beispiel Trevor, richtig gute Fortschritte gemacht. Kein panisches Rumgestrampel mehr, sondern wirklich gelassen und langsam. Andere, wie die kleine Sarah und Sam haben sich als richtige Wasserratten herausgestellt. Obwohl sie schon Gänsehaut und mit den Zähnen geklappert haben, wollten sie einfach nicht raus aus dem Wasser. Von jeder Ecke hört man nur ‚Nicole you see‘ , von den Kids, die alle zeigen wollen was sie könne. Ich muss sagen, das Schwimmen ist wirklich einer meiner Lieblingsausflüge und ich hoffe ich kann das irgendwie mehr oder weniger regelmäßig fortsetzen. So ein großes Grinsen auf den Gesichtern sieht man selten. Schon wenn man nur sagt: ‚wir gehen heute schwimmen‘, dauert es 5 Minuten und alle sitzen mit Schwimmsachen bewaffnet und einem Strahlen im Gesicht auf der Matte. Und das ist für SASCU Verhältnisse wirklich eine Leistung! Man wartet da schon gerne mal 1-2 Stunden bis alle fertig sind.

Graffitiprojekt:

Seit ein paar Wochen kommen regelmäßig Phillip und Shamy, 2 Freunde vom BPU, bei SASCU vorbei und geben Graffiti Workshops. Geplant ist es, in den nächsten Workshops das gelernte in die Tat umzusetzen. Dafür haben wir schon die hässlichen Wände im Innenhof Weiß gestrichen.

Jetzt aber eine besonders schöne Nachricht:

3 Tage am Stück kamen Shamy und Phil vorbei und haben uns ein tolles Kunstwerk gezaubert. Stundenlang sind wir erstmal bei knaller Sonne in Twon rumgelaufen um die richtigen Farben und Pinsel zu finden, dann konnten wir endlich los legen. Das Haus der großen Jungs, also den Innenhof haben wir erstmal weiß gestrichen. Natürlich hatten wir da auch eine Menge Hilfe, was alles etwas schneller gemacht hat. Dann haben Phil und Shamy angefangen mit dem Graffiti ‚SASCU Family‘. Es ist wirklich super cool geworden und schon als es nicht annähernd fertig war kamen sowohl Kids als auch Mitarbeiter zu mir und haben sich herzlich bedankt.

Der schönste Tag war allerdings der Letzte: Jedes der Kids durfte sich beteiligen, seine Hände in Farbe datschen und anschließend an die Wand pressen. Da haben sich die Großen natürlich auch nicht zweimal fragen lassen. Sogar die Mitarbeiter und der Gateman hatten mächtig ihren Spaß und wurden wieder zu Kindern, eine kleine Farbschlacht gab es auch noch. Alle waren super happy über das Endergebnis und es ist auch wirklich toll geworden. Wenn man das mal vergleicht mit dem Innenhof wie er vorher aussah, sind das ganz andere Welten. Es wirkt direkt viel freundlicher. Alle die im Nachhinein nochmal in SASCU waren, waren echt begeistert.

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BPU Outreach:

Nach längerer Zeit hatten wir auch endlich mal wieder ein BPU Outreach. Die Ewaka-Family kam wieder zu SASCU und ein Taxi mit 18 BPU- Mitgliedern. Diesmal auch die Kleineren. Es hab lustige Spiele, Cypher, Beatbox-Workshops und natürlich Tanzen. Hatten wieder alle mächtig Spaß und war ein super Tag.

Zoo:

Einer der größten Ausflüge, die wir bis jetzt gemacht haben. Einen Ausflug nach Entebbe in den Zoo. Zusammen mit Ewaka haben wir den Schulbus von der Bright Community, die Schule in der Felix und ich unterrichten, gemietet und sind nach Entebbe gefahren. Eine Kapazität für 30 Personen.. in Uganda kein Problem wenn es mehr sind. Also haben wir uns dann mit 48 Leuten inklusive Fahrer und Begleiter in den Bus gequetscht. Als wir nach 10 Minuten Fahrt dann von der KCCA (Kampala City Council Authority) angehalten wurden war der Spaß erstmal vorbei. Doch anstatt die Anzahl der Leute zu beachten wollten sie nur Maut haben, was total sinnlos war, also sind wir nach einer kleinen Diskussion ohne weitere Störung weiter gefahren. Im Zoo angekommen, haben wir uns dann in Gruppen eingeteilt und uns die Tiere angeschaut. Für die Kleinen war es natürlich um einiges aufregender als für die Großen. Diese hatten aber dadurch, dass der Zoo direkt am Viktoriasee ist, d.h. Am Strand auch ihren Spaß. Nach einem, für die Kids, besonderem Essen, nämlich Pommes mit Omelett, haben alle Fußball gespielt, sind schwimmen gegangen oder haben sich sonst wie beschäftigt. War wirklich ein super schöner Tag für alle.

Ich weiß das war jetzt wieder ein sehr langer Text, ich hoffe nicht zu langweilig, aber es ist doch wieder viel passiert. Auch wenn es jedes Mal kommt, ich möchte nur wieder betonen, dass all diese Ausflüge und Verschönerungen nur durch eure großzügigen Spenden möglich sind und dafür danke ich euch herzlich. Die Kids sind so dankbar dafür, auch wenn man es vielleicht nicht immer direkt danach hört, man spürt es dafür täglich. Die Liebe die man von den Kleinsten bis zu den Großen bekommt ist unbezahlbar und man weiß wieder wieso man das alles macht.

Es ist nicht immer einfach, gibt viele Hoch und Tiefs und vor allem Steine im Weg, aber man beißt sich irgendwie durch und was raus kommt ist umso schöner.

Family

Da ich jetzt gerade endlich mal Zeit habe für den Post den ich schon lange mal schreiben wollte, leg ich einfach los.

Natürlich ist mir schon immer bewusst wie wichtig und wertvoll Familie und gute Freunde sind, trotzdem und ich denke das können sich die Meisten eingestehen, nimmt man diese leider zu oft als selbstverständlich. Was einem hier aber nochmal wirklich deutlich wird, ist dass es ganz und gar keine Selbstverständlichkeit ist…                                                                                  Seit ich hier bin habe ich sehr viele Menschen mit mehr oder weniger krassen Geschichten und Schicksalen kennengelernt, was sehr interessant, aber natürlich auch ziemlich traurig ist. Es ist eigentlich egal auf welche ‚Klasse‘ du in der Gesellschaft schaust, ob im Slum oder im Mittelstand, so gut wie Keiner kann behaupten, dass die ganze Familie noch am Leben ist.  Die Medizinische Versorgung und vor allem das Geld dafür ist hier leider nicht so gegeben wie in Deutschland, was dazu führt, dass viele Leute einfach früh versterben, da nicht früh genug der Arzt aufgesucht wird. Egal welchen meiner Freunde hier man fragt, keiner hatte eine einfache Kindheit. Leider erlebt man hier fast täglich mit, wie Freunde und Bekannte ihre engsten Verwandten verlieren. Gefühlt alle 2-3 Wochen erklärt irgendwer beim BPU, dass er letzte Woche nicht da war, da Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel oder ähnliche verstorben sind…    Auch einer unserer besten Kumpels hat sowieso schon beide Eltern verloren und dann, in der Todeswoche des Vaters (welche erst ein Jahr her ist) auch noch die Cousine. Es ist wirklich nicht schön und echt bewundernswert wie gut die Leute damit umgehen. Für keinen ist es leicht, das ist klar, aber durch den starken Zusammenhalt der Familien und Freunden, die zur Familie geworden sind,stehen sie das durch. Insgesamt steht die Familie hier im Vordergrund. Davon könnten wir uns in Deutschland echt was von abgucken. Regelmäßig trifft sich die ganze Großfamilie, d.h. nicht nur Oma und Opa, sondern wirklich Alle. Werden neue Freunde vorgestellt, ist das auch etwas Besonderes und die ganze Familie kommt vorbei und isst gemeinsam. Ist echt was schönes und eigentlich auch so wichtig.  Wenn man hier der Familie vorgestellt wird ist es auch nochmal was ganz anderes als in Deutschland. Man geht nicht einfach hin, stellt sich vor und verschwindet im Zimmer, sondern Alle kommen extra und kochen für dich. Einer unser besten Kumpels Milky hat uns letztens mit zu seiner Familie genommen. Alle waren so süß, haben super lecker gekocht und man ist direkt so herzlich in der Familie aufgenommen. Das Alles macht mir aber auch täglich klar, was ein unglaubliches Glück ich habe das Leben zu leben das ich habe. Probleme, die in Deutschland so ‚groß‘ waren, sind hier überhaupt nicht mehr vorhanden, weil ganz andere Dinge viel wichtiger geworden sind. Vielleicht sollte sich das einfach jeder nochmal vor Augen halten, wenn es mal wieder so viele ‚Probleme‘ gibt. Ich sage nicht, dass die kleinen Probleme keine sind, aber wenn man sich überlegt was man eigentlich alles hat und wie glücklich man sich schätzen kann, sind diese gar nicht mehr so groß.

Bin wirklich unglaublich dankbar für alles was ich habe, meine Familie und Freunde in Deutschland sowie für meine neu gewonnene Familie hier in Kampala.

Besuche, Reisen, Updates

Hallo meine Lieben,

ich weiß ich habe jetzt eine Weile nichts mehr von mir hören lassen, da ich viel um die Ohren oder besser gesagt Besuch hatte, wo die Zeit zum Schreiben nicht so vorhanden war. Aber jetzt bin ich wieder frei und versuche so regelmäßig wie Möglich zu berichten.

In diesem Blogeintrag werde ich mein Bestes geben alles so kurz wie Möglich zusammen zu fassen, was in den letzten Wochen passiert ist.

Zuallererst kam meine Freundin Fatima für einen ganzen Monat vorbei. Obwohl hier alles doch ziemlich anders und gewöhnungsbedürftig ist, hat sie sich sofort gut integriert und wir hatten eine super coole Zeit.  Sie kam immer mit in die Projekte und hat meinen Alltag mit erlebt, gereist sind wir aber natürlich auch (ein bisschen).

Mit Vero und drei unserer besten Freunde hier (Milky, Fahadhi und Cyrus) sind wir zu den Sipi Falls im Osten Ugandas gereist. War wirklich richtig schön! Haben eine Tageswanderung zu 3 Wasserfällen gemacht und am Ende zum langersehnten ‚Swimmingpool‘, der im Endeffekt ein kleiner Bach war, bei dem wir zusätzlich noch ca. 60 Zuschauer hatten. Ein paar Kinder sind weinend vor uns weg gerannt, dort sieht man anscheinend nicht so viele Muzunugs haha. Würde definitiv jedem der in Uganda ist raten mal dort hin zu reisen.

Meine Eltern kamen auch noch zu Besuch für 2 Wochen, was auch echt schön war. So wie Mama und Papa sind, haben sie natürlich auch alles mit gemacht, also sind wir vom Flughafen direkt mal in den nächsten Club gefahren eine Performance unserer Kumpels anzuschauen.

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Insgesamt haben sie sich sehr gut mit allen meinen Leuten verstanden und wir haben auch coole Sachen erlebt. Waren auf einem Fußballspiel der Uganda Cranes, wo die Stimmung bei jedem kleinen Spielzug auf dem Höhepunkt war. Im Endeffekt wurde kein Tor geschossen, die Erfahrung war es aber trotzdem wert.

Ansonsten haben wir uns eine Safari natürlich auch nicht entgehen lassen. War einfach nur ein perfekter Tag. Hatten super schönes Wetter und einen tollen Guide. Von Elefanten, über Nilpferde, die uns attackieren wollten, über Löwen und Büffel haben wir fast alles gesehen. Eine Bootstour dazu, hat sich wirklich gelohnt.

Abgesehen von den Besuchen haben wir natürlich auch im Projekt weiter gearbeitet.

Ibra haben wir auch einen Besuch abgestattet. Vielen Dank hier nochmal an alle die sich bereit erklärt haben einen Term zu übernehmen. Wir haben uns riesig gefreut.

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Mit den SASCU Kids haben wir im Unterricht Kissen aus alten T-Shirts gemacht. Nachdem wir 20 Minuten gebraucht haben alle Shirts, die heimlich in die Taschen gesteckt wurden (sind halt doch ehemalige Straßenkinder), zusammen zu suchen hat es dann auch gut geklappt und es sind auch echt gute Kissen bei raus gekommen.

Osterhase haben wir auch gespielt und ein paar Süßigkeiten verteilt, die bis auf das kleinste Körnchen aufgegessen wurden. Als Papa ins Projekt kam hieß es von den Kleinen übrigens : ‚This one is colour pink‘ , also doch kein Muzungu huh?!

Außerdem haben wir die Kids von der Boardingschool (Internat) besucht. Die haben sich riesig gefreut und es war echt interessant mal zu sehen wie sie dort leben.40 Kids schlafen in einem Raum… also viel Schlaf bekommt man da mit Sicherheit nicht. War aber ein schöner Tag mit Picknick.

Mit den Street Outreaches haben wir jetzt auch wieder begonnen und viele nette Jungs kennengelernt, die aus verschiedensten Gründen auf der Straße leben.

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Für diese wird bei SASCU jetzt ein Raum für Workshops frei geräumt, in dem sie lernen Schuhe zu machen.

Felix und ich haben jetzt ein neues Projekt vor uns und zwar mit euren Spenden. Wir wollen die Zimmer der Kids erneuern, vorallem das der älteren Jungs. Es regnet rein, da Fenster und Türen entweder nicht vorhanden oder Kaputt sind. Die Dächer sind undicht und kurz vorm runter krachen, die Wände sind durchlöchert und schöne Zimmer kann man das wirklich nicht nennen..

Wir hoffen wir schaffen in der kurzen Zeit jetzt auch noch alles was wir uns vorgenommen haben, ist auf jeden Fall schon ein Ingenieur da gewesen um die Kosten zu berechnen, jetzt müssen wir nur noch los legen.

Außerdem empfehle ich jedem, oder biete es euch allen an, mal vorbei zu kommen. Ich glaube sowohl Fatima als auch meine Eltern können bestätigen, dass es sich definitiv gelohnt hat und es nochmal eine komplett andere Erfahrung ist das Leben hier mitzubekommen und Dinge und Ecken zu sehen, die man als Touri niemals zu sehen bekommen würde.

Naja ich hoffe das war jetzt einigermaßen kurz zusammengefasst, ich melde mich bald wieder und hoffentlich mit Neuigkeiten von den Zimmern.

Ibra

Hallo ihr Lieben.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an den Straßenjungen Ibra, der von der Poizei zusammengeschlagen wurde ?!

Ibra ist 19 Jahre alt und lebt jetzt schon seit längerem auf der Straße. Er kommt regelmäßig zum ‚Breakdance Project Uganda‘, dort haben wir ihn auch kennen gelernt. Ein guter Tänzer ist er und auch sehr lieb und motiviert.

Abramz, der Leiter von BPU hatte mich schon vor einiger Zeit darauf angesprochen, dass Ibra gerne zur Schule gehen würde. Natürlich haben Felix und ich mit SASCU geredet, aber erstens ist für ein weiteres Kind Schulgebühren zahlen nicht drin und dazu kannten wir Ibra auch noch nicht gut genug um ihm zu vertrauen. Nach circa 3 Monaten kennenlernen, in denen er auch bei jedem Mal BPU gefragt hat wie es mit der Schule aussieht, was mir zeigt, dass er es auch wirklich will, haben Felix und ich uns dann dazu entschlossen ihn in der Schule anzumelden. Er besucht jetzt die ‚Makerere University‘ und holt dort in der Abendschule seine O-Levels nach, also die Mittelstufe. Bis jetzt läuft es ganz gut und er ist echt super happy endlich zur Schule gehen zu dürfen. Ich bin sehr gespannt wie sich das noch entwickelt und hoffe er kommt gut mit.

Den ersten Term (3 Monate), die Schulbücher und die ID haben wir vorerst mit euren Spenden übernommen. Wie wir die restlichen 5 Terms bezahlen, darüber sind wir uns noch nicht ganz einig, aber da werden wir sicher noch eine Lösung finden. Ein Term kostet 200.000 UGS, was umgerechnet circa 60 Euro sind..

Leider lebt er trotzdem immernoch auf der Straße, was das Lernen natürlich auch nicht besonders einfach macht. Da eine Wohnung aber ziemlich teuer ist und er für eine Organisation zu alt ist, müssen wir dafür auch noch eine Lösung finden. Aber das ist jetzt der erste Schritt gewesen und die freudige Nachricht wollte ich gerne mit euch teilen.

Letze Ferienwochen

Die Ferien sind jetzt leider schon zu Ende, am Montag hat die Schule wieder begonnen.     Jetzt wollte ich eigentlich nur noch die Programme der letzten zwei Wochen mit euch teilen.

Wir sind weiterhin Montags und Mittwochs ins Sharing gefahren, dazu gekommen sind Dienstags und Donnerstags ‚Contemporary African Dance Classes‘ von Walter dazu gekommen. Da sind wir dann mit denen die interessiert waren zum National Theater gelaufen. Es ist traditioneller Tanz und echt schweißtreibend, sie hatten aber ihren Spaß, das haben sie mehr als nur einmal betont. Walter hat uns echt großen Rabatt gegeben und sogar angeboten kostenlos regelmäßig ins Projekt zu kommen um die Kids zu unterrichten.

Auch Teresa aus Schweden kam vorbei und hat den Jungs Popping, Locking und House beigebracht (die Mädels waren daran nicht so interessiert).

Außerdem haben wir Armbänder mit allen gemacht. Owen hat erklärt wie es geht und der Rest hat es nach gemacht. Sind echt gute dabei raus gekommen und das machen wir mit Sicherheit auch nochmal.

Am Sonntag waren die ‚PartyPeople‘ da. Eine ziemlich bekannte Tanzgruppe in Uganda, die den Kids Dancehall beigebracht haben.

Abgesehen von den ’special‘ Programmen haben wir natürlich einfach mit den Kids gespielt und geredet. Das Vertrauen wird immer größer und es macht wirklich immer wieder aufs neue Spaß.

Haben die Zimmer ausgemistet und geputzt und jetzt sind alle bereit wieder in die Schule zu gehen (sobald das Geld da ist). Alle Programme die wir machen sind natürlich auch wieder nur durch eure Spenden möglich.

#MuseveniDecides

So leer und leise wie gestern habe ich Kampala wirklich noch nicht gesehen. Auf den größten und meistbefahrenen Straßen, wo normalerweise immer Stau und Trubel ist, war keine Menschenseele unterwegs. Man kommt sich vor wie auf dem Land weil es so leise ist, wie ausgestorben. Das ganze hat einen Bestimmten Grund:

Am 18. Februar waren Wahlen in Uganda und das sieht dann doch etwas anders aus als in Deutschland.                                                                                                                              Das Erste was einem auffällt, schon Wochen vor den Wahlen sind die Wahlkampagnen. Das Stadtbild Kampalas ist geprägt von Plakaten der Kandidaten, überall laufen die Menschen in den meist gelben T-Shirts der NRM, Musevenis Partei, darauf herum. Besigye, der Oppositionskandidat, verwendet die Farbe blau. Ist eine Kampagne fühlt man sich ein bisschen wie beim Faschingsumzug oder auf einer Demo…  Auf großen Lastwagen sind riesige Musikboxen angeschlossen, darauf sitzen so viele Menschen wie drauf passen, die durch Mikrofone zu der lauten Musik noch die jeweiligen Kandidaten anpreisen. Hinter dem Wagen laufen dann hundert weitere Anhänger mit, natürlich alle im selben Shirt. Einige Kampagnen sind auch noch von einer Armee von Bodafahrern (Motorradtaxis) und einer Blaskapelle begleitet. Es gab in den letzten Wochen auf jeden Fall einiges zu sehen. Fern halten sollte man sich von den Kampagnen trotzdem etwas, da viele dieser Menschen die große Masse nutzen um zu klauen.

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Außerdem, was bei einem Gespräch mit einem Freund heraus gekommen ist, werden die Leute gezahlt um diese Shirts zu tragen und bei den Kampagnen mit zu laufen. Und wer hat das meiste Geld? Genau Museveni, der Präsident Ugandas. Dieser hat, nur um das nochmal deutlich zu machen, für seine Wahlkampagnen fünf mal mehr Geld ausgegeben als seine Konkurrenten. Somit ist seine Partei natürlich überall, vorallem in den Villages, viel präsenter als die Anderen.

Um das Ganze zu verstehen muss man natürlich wissen, dass Museveni ein Diktator ist, der schon seit 1986 an der Macht ist. Damals hat er Uganda aus der Herrschaft von Idi Amin befreit. Seitdem hat sich aber der Präsident auch nicht mehr geändert. Viel Korruption und Manipulation ist da im Spiel.Außerdem gibt es sehr viel Arbeitslosigkeit, besonders unter den jungen Leuten und einige andere Dinge, die nicht so gut laufen, was jetzt aber einfach zu viel wäre.

Was es dieses Jahr so spannend macht, ist, dass Museveni angekündigt hat nicht ohne Waffen zu gehen, da er auch mit Waffen gekommen ist. Für Besigye, der jetzt schon das vierte Mal antritt, ist es die letzte Chance gewesen. Da er sehr viele Anhänger hat und offensichtlich etwas schief gelaufen ist bei der Zählung der Stimmen, könnte das noch interessant werden.

Daher ist die Stimmung zur Zeit nicht die Beste. Es wurde geraten sich Lebensmittel und Filmvorräte zu kaufen und am Besten von Donnerstag bis Sonntag zu Hause zu bleiben. Von Mittwoch bis gestern, vor der Verkündung des Präsidenten, haben Vero und ich bei Freunden in der WG gehaust und gemeinsam die Wahlergebnisse verfolgt, was gar nicht so einfach war, da Museveni alle Sozialen Netzwerke (Whatsapp, Facebook, Twitter usw.) hat sperren lassen und es ist immernoch unklar wann diese wieder frei sind (deshalb kann mich keiner erreichen, mir geht’s aber gut). Jedoch gibt es eine App, mit der man die VPN ändern kann und somit alles wieder nutzen kann. Das haben die meisten Ugander auch gemacht und damit einen Rekord an downloads an einem Tag gebrochen.  Donnerstag Abend sah es noch ziemlich gut aus für den Oppositionskandidaten Besigye, er lag mit Abstand vor Museveni. Sogar in der Armee haben 60% für Besigye gevotet. Am nächsten Morgen sah das Ganze dann plötzlich anders aus, wie durch ein Wunder lag Museveni mit über 60% vor Besigye mit ca. 30%….                            Einen neuen Hashtag gibt es auch schon. Anstatt dem eigentlichen #UgandaDecides heißt es jetzt #MuseveniDecides.

Innerhalb der letzten 3 Tage wurde Besigye schon 3 Mal fest genommen (auf den Wegen zu Kampagnen oder um seine, die richtigen Wahlergebnisse zu verkünden) und insgesamt sind hier viele Dinge abgelaufen, die irgendwie nicht so richtig erscheinen. Bei der ersten Festnahme gab es schon so einen Aufstand, dass Tränengas eingesetzt und Menschen erschossen wurden. Einen weiteren Aufstand von Jugendlichen, die komplette Straßen blockiert haben, gab es nach der zweiten Festnahme auch wieder. Besigye wurde jetzt zwar wieder frei gelassen, ist nun aber unter Hausarrest.

Besigye hat sich übrigens geweigert die Wahlergebnisse anzunehmen.

Auch am Tag der Wahlen, wo es eigentlich um 7 Uhr los gehen sollte, waren in einigen Wahlbüros bis um 14 Uhr keine Wahlzettel vorhanden. Einige Menschen konnten überhaupt nicht wählen.

Was die Wochen vorher noch erwähnenswert ist

Bei der ersten Presidential Debate, die live und international ausgestrahlt wurde, hat sich Museveni nicht einmal blicken lassen, mit der Entschuldigung ‚I was too far away‘.

Was in dieser Debatte auf der einen Seite ganz lustig, genauer betrachtet aber auch wieder traurig war, war die Diskussion über Schwule. Homosexualität ist in Uganda verboten.  Mbabazi, ein weiterer Kandidat, wurde gefragt ob er Homosexuelle unterstützt und antwortete: ‚ I am not gay, I have a wife and children and my wife is a female‘.

Insgesamt war die ganze Debatte eher eine Lachnummer. So lustig es war, ist es eigentlich echt traurig..  Hier die Debatte, oder eher die lustigsten Punkte Zusammen gefasst : http://africanarguments.org/2016/01/17/6-things-we-learned-from-ugandas-presidential-debate/

Bei der zweiten Debatte, hat Museveni es dann doch geschafft aufzutauchen, hat aber eigentlich auch nur um den heißen Brei geredet. Besigye hat viel gegen Museveni gestichelt.

Es gibt einfach so viele Sachen und Vorfälle von denen ich noch erzählen könnte und so viele „lustige“ Fakten, aber das wird dann einfach zu viel. Aber auf Facebook gibt es mehr als genug zu entdecken.

Was auch noch ziemlich interessant ist:

Museveni hat Busladungen von Menschen aus Ruanda einfahren lassen, die in Uganda wählen sollen, ihn natürlich.

Ein Freund hat uns erzählt, dass früher nach dem Gesetz alle wählen durften, die über 18 Jahre alt sind. Das Gesetz hat sich jedoch geändert und nun heißt es, jeder der eine National ID hat darf wählen. Die meisten der Leute hier haben nur leider keine National ID, durch „Fehler“ im System, was bedeutet, dass viele Mitbürger überhaupt nicht wählen können. Dafür können die unter 18 jährigen wählen… Da die Meisten sagen, dass sich egal wie man wählt sowieso nichts ändert, machen sie sich auch nicht die Mühe eine National ID zu machen.

Viele Sachen die hier nicht so ganz laufen wie sie sollten, das ist offensichtlich. Und so viel was da noch im Hintergrund abläuft was man gar nicht mitbekommt oder wovon ich keine Ahnung habe… Aber die Leute hier wissen sehr wohl was alles abgeht und deshalb bin ich gespannt wie es hier in den nächsten Tagen aussieht. Vor den Wahlen haben einige sogar von einem möglichen Krieg geredet, jetzt gerade ist es aber sehr still…fragt sich ob das die Ruhe vor dem großen Sturm ist, oder die Menschen das jetzt einfach wieder so hinnehmen.

Hier nochmal ein kleiner Einblick in die Kampagnen und den Regen: