Ferienzeit in SASCU

Halli Hallo alle zusammen,

bevor ich mit meinem eigentlichen Blogpost anfange möchte ich nochmal auf den Blog meiner Mitbewohnerin Vero hinweisen, die in ihrem letzten Post unsere letzten Wochen sehr schön und vor allem mit tollen Bildern zusammen gefasst hat. Schaut doch mal vorbei, lässt sich wirklich gut lesen. Was mir noch auf dem Herzen liegt

Ansonsten würde ich euch jetzt mal über die neuesten Ereignisse bei SASCU updaten.

Zimmerprojekt: 

Unser ‚Zimmerprojekt‘ von dem ich im letzten Post erzählt habe läuft zur Zeit auf hochtouren. Als erstes wurden die Dachziegel und -platten ausgewechselt, da der Großteil undicht war. Ausserdem kam ein ganzes Team an ‚Elektrikern‘ vorbei und hat Kabel verlegt, Licht und Steckdosen gezaubert. Durch 2 Freunde von mir, die gerade in einer Vocational School electricity lernen, bin ich auf das Team gekommen. Zusammen mit den Beiden habe ich die Schule besucht und mit dem Lehrer geredet. Einige Tage später kam dieser mit einer ausgewählten Gruppe seiner Schüler vorbei um sich um die Lichter im ganzen Haus zu kümmern. Das schöne daran war, dass es eine Win-Win Situation war. Wir mussten nur Materialen und Transportkosten übernehmen und die Klasse konnte ihr Gelerntes in die Tat umsetzen.

Die Decken in allen Zimmern, die vorher kaum noch vorhanden oder komplett durchgeschimmelt waren haben wir auch ersetzt und es macht direkt einen ganz anderen Eindruck. Die Jungs haben nun auch endlich Gläser in ihren Fenstern und Türen, so dass es nicht mehr rein regnet, außerdem haben wir diese nun mit Gittern vor Bällen geschützt.

Jetzt müssen wir nur noch die Löcher in den Wänden füllen, anfangen zu streichen und dann die Details machen, wie Moskitonetze und den Boden.

Diese Woche fangen wir mit dem Streichen von dem ersten Zimmer an, natürlich zusammen mit den Kids, damit das alles mehr geschätzt wird. Dankbar sind auf jeden Fall alle jetzt schon und ich kann es kaum abwarten bis die Zimmer ganz fertig sind. Die Augen werden strahlen!

Ferienprogramm:

Da der Großteil von SASCU in einer der zwei Ferienwochen gefastet haben, was bedeutet den kompletten Tag beten und nichts essen, konnten das Programm leider auch nur ein paar der Kids wahr nehmen, was etwas schade war, trotzdem hatten wir echt eine tolle Zeit.

In der ersten Woche konnte ich auf Grund eines kleinen ungeschickten Unfalls (ich habe mir den Fuß blöd umgeknickt, der dann richtig schön blau und geschwollen war), nicht so sonderlich viele Aktivitäten mit den Kids machen. Wir haben mal wieder Armbänder gemacht, einen Film zusammen geschaut mit leckeren Süßigkeiten aus Deutschland und ein paar Spiele gespielt.

Außerdem habe ich angefangen (ja ich weiß es ist ziemlich spät, aber besser jetzt als nie) die riesen Menge an Schuh- und Klamottenspenden von euch zu verteilen. Vielen Dank übrigens dafür, die Sachen sind super gut angekommen. Für jeden war was dabei und jetzt laufen hier alle ziemlich stylisch rum. Besonders schön ist natürlich, dass durch die ganzen Eintracht und FSV – Artikel unsere Stadt promoted wird.

Vom BPU aus war Djuan Johnson, ein MMA Kämpfer aus den USA da und hat Selbstverteidigungskurse gegeben. Also hab ich mir die Interessierten Kids mitgenommen und wir haben an dem Kurs teilgenommen. War echt lehrreich und auch ziemlich witzig zu sehen wir kleine Frauen durch die Techniken, richtige Bretter an Männern auf den Boden hauen. Die Jungs die mitgekommen sind hatten auch ihren Spaß, man hat sie nur lachen sehen und sich selbst verteidigen zu können ist ja immer eine gute Sache, vor allem wenn man im Slum wohnt.

Außerdem ist bei Ewaka regelmäßig ein Taekwondo Trainer, der den Kids, wie der Name schon verrät Taekwondo Unterricht gibt. Da SASCU intern immer ziemlich viel Programm (Kirche, Bible Studies usw.) hat, ist es leider nicht möglich solche Sachen wie bei Ewaka regelmäßig zu machen. Dafür ist es aber umso schöner, wenn man an dem ein oder anderen Tag doch ein paar der Kids mitnehmen kann. Also bin ich mit der Gruppe, die nicht am Fasten war zu Ewaka gelaufen und sie konnten sich schön auspowern. Ist immer wieder schön wenn sie mal was neues lernen, vor allem wenn sie sichtlich Spaß haben.

In den letzten 2 Wochen habe ich dann die übrig gebliebenen SASCU Kids mit zu dem EWAKA Schwimmprogramm mitgenommen. Das war ein Spaß! Natürlich haben vorher alle ganz groß angepriesen, dass sie schwimmen können, was mich wirklich gewundert hat… Ja die Verwunderung war schnell vorbei, als ich gesehen habe wie sie alle im Wasser rumplantschen. Wirklich zu witzig, sogar die großen Jungs haben es nicht geschafft den Kopf über Wasser zu halten und auch die Beine sind wir Steine immer nach unten gesunken. Also habe ich mich dann als Schwimmlehrerin versucht… eher so mittelmäßiger Erfolg. Aber das kann in 2 Tagen natürlich auch nicht gehen. Trotzdem muss ich sagen haben einzelne, wie zum Beispiel Trevor, richtig gute Fortschritte gemacht. Kein panisches Rumgestrampel mehr, sondern wirklich gelassen und langsam. Andere, wie die kleine Sarah und Sam haben sich als richtige Wasserratten herausgestellt. Obwohl sie schon Gänsehaut und mit den Zähnen geklappert haben, wollten sie einfach nicht raus aus dem Wasser. Von jeder Ecke hört man nur ‚Nicole you see‘ , von den Kids, die alle zeigen wollen was sie könne. Ich muss sagen, das Schwimmen ist wirklich einer meiner Lieblingsausflüge und ich hoffe ich kann das irgendwie mehr oder weniger regelmäßig fortsetzen. So ein großes Grinsen auf den Gesichtern sieht man selten. Schon wenn man nur sagt: ‚wir gehen heute schwimmen‘, dauert es 5 Minuten und alle sitzen mit Schwimmsachen bewaffnet und einem Strahlen im Gesicht auf der Matte. Und das ist für SASCU Verhältnisse wirklich eine Leistung! Man wartet da schon gerne mal 1-2 Stunden bis alle fertig sind.

Graffitiprojekt:

Seit ein paar Wochen kommen regelmäßig Phillip und Shamy, 2 Freunde vom BPU, bei SASCU vorbei und geben Graffiti Workshops. Geplant ist es, in den nächsten Workshops das gelernte in die Tat umzusetzen. Dafür haben wir schon die hässlichen Wände im Innenhof Weiß gestrichen.

Jetzt aber eine besonders schöne Nachricht:

3 Tage am Stück kamen Shamy und Phil vorbei und haben uns ein tolles Kunstwerk gezaubert. Stundenlang sind wir erstmal bei knaller Sonne in Twon rumgelaufen um die richtigen Farben und Pinsel zu finden, dann konnten wir endlich los legen. Das Haus der großen Jungs, also den Innenhof haben wir erstmal weiß gestrichen. Natürlich hatten wir da auch eine Menge Hilfe, was alles etwas schneller gemacht hat. Dann haben Phil und Shamy angefangen mit dem Graffiti ‚SASCU Family‘. Es ist wirklich super cool geworden und schon als es nicht annähernd fertig war kamen sowohl Kids als auch Mitarbeiter zu mir und haben sich herzlich bedankt.

Der schönste Tag war allerdings der Letzte: Jedes der Kids durfte sich beteiligen, seine Hände in Farbe datschen und anschließend an die Wand pressen. Da haben sich die Großen natürlich auch nicht zweimal fragen lassen. Sogar die Mitarbeiter und der Gateman hatten mächtig ihren Spaß und wurden wieder zu Kindern, eine kleine Farbschlacht gab es auch noch. Alle waren super happy über das Endergebnis und es ist auch wirklich toll geworden. Wenn man das mal vergleicht mit dem Innenhof wie er vorher aussah, sind das ganz andere Welten. Es wirkt direkt viel freundlicher. Alle die im Nachhinein nochmal in SASCU waren, waren echt begeistert.

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BPU Outreach:

Nach längerer Zeit hatten wir auch endlich mal wieder ein BPU Outreach. Die Ewaka-Family kam wieder zu SASCU und ein Taxi mit 18 BPU- Mitgliedern. Diesmal auch die Kleineren. Es hab lustige Spiele, Cypher, Beatbox-Workshops und natürlich Tanzen. Hatten wieder alle mächtig Spaß und war ein super Tag.

Zoo:

Einer der größten Ausflüge, die wir bis jetzt gemacht haben. Einen Ausflug nach Entebbe in den Zoo. Zusammen mit Ewaka haben wir den Schulbus von der Bright Community, die Schule in der Felix und ich unterrichten, gemietet und sind nach Entebbe gefahren. Eine Kapazität für 30 Personen.. in Uganda kein Problem wenn es mehr sind. Also haben wir uns dann mit 48 Leuten inklusive Fahrer und Begleiter in den Bus gequetscht. Als wir nach 10 Minuten Fahrt dann von der KCCA (Kampala City Council Authority) angehalten wurden war der Spaß erstmal vorbei. Doch anstatt die Anzahl der Leute zu beachten wollten sie nur Maut haben, was total sinnlos war, also sind wir nach einer kleinen Diskussion ohne weitere Störung weiter gefahren. Im Zoo angekommen, haben wir uns dann in Gruppen eingeteilt und uns die Tiere angeschaut. Für die Kleinen war es natürlich um einiges aufregender als für die Großen. Diese hatten aber dadurch, dass der Zoo direkt am Viktoriasee ist, d.h. Am Strand auch ihren Spaß. Nach einem, für die Kids, besonderem Essen, nämlich Pommes mit Omelett, haben alle Fußball gespielt, sind schwimmen gegangen oder haben sich sonst wie beschäftigt. War wirklich ein super schöner Tag für alle.

Ich weiß das war jetzt wieder ein sehr langer Text, ich hoffe nicht zu langweilig, aber es ist doch wieder viel passiert. Auch wenn es jedes Mal kommt, ich möchte nur wieder betonen, dass all diese Ausflüge und Verschönerungen nur durch eure großzügigen Spenden möglich sind und dafür danke ich euch herzlich. Die Kids sind so dankbar dafür, auch wenn man es vielleicht nicht immer direkt danach hört, man spürt es dafür täglich. Die Liebe die man von den Kleinsten bis zu den Großen bekommt ist unbezahlbar und man weiß wieder wieso man das alles macht.

Es ist nicht immer einfach, gibt viele Hoch und Tiefs und vor allem Steine im Weg, aber man beißt sich irgendwie durch und was raus kommt ist umso schöner.

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